#5 – Reisen ist die einzige Möglichkeit Geld auszugeben und dennoch reicher zu werden!

„Hauptsache unterwegs, bloss nicht Zuhause sein.“ Diesen Satz meines Vaters habe ich während meiner Kindheit wohl unzählige Male gehört. Er sprach allerdings nicht über sich, sondern über mich. Ich weiß nicht, woher meine Reiselust, die ich gefühlt schon immer hatte, kam. Von meinen Eltern habe ich sie auf jeden Fall nicht abgeschaut ;-). Die Kindheitserinnerungen an Erlebnisse mit meinem Vater sind rar. Er hat viel gearbeitet und gebaut, erst das Eigenheim für unsere Familie, jeden Tag nach der Arbeit und am Wochenende. Zusammen mit seinem Vater, Stein für Stein. Nach dem Hausbau wurde die eigene Firma gegründet und aufgebaut. Da war nicht viel Zeit und auch kein Geld für Reisen mit der Familie. Und meine Mutter war stets an seiner Seite und hat ihm den Rücken freigehalten. Als Kind fand ich das schon schade, dass wir nicht wie andere Kinder mit ihren Familien in den Urlaub fuhren. Heute habe ich großen Respekt vor der Lebensleistung meiner Eltern und sehe mit dem Abstand und aus der Perspektive einer erwachsenen Frau, dass meine Eltern dieses Leben für sich so gewählt haben, um uns Kindern ein schönes Zuhause zu schenken und eine Perspektive zu schaffen. 

Dankbar bin ich meinen Eltern besonders dafür, dass sie mich immer ziehen ließen, wenn das Reisefieber mich packte. Schon im Kindergartenalter war ich oft mit meiner besten Freundin Inke bei ihrer Oma an der Ostsee. Später folgten die unvergesslichen Kinder- und Jugendfreizeiten der Kirchengemeinde nach Dänemark. Viele Wochenenden und Ferien habe ich bei Freunden verbracht. Je älter ich wurde, umso größer wurde der Radius. Ich war in England, Frankreich, Italien und Polen sowie mit Freunden zum Segeln in Holland. Die ferneren Zielen nahm ich dann später mitsamt Rolli in Angriff ;-). Davon werdet Ihr noch lesen, versprochen :-)!

In letzter Zeit dachte ich immer wieder darüber nach, woher dieses ‚Reisefieber‘ in mir wohl kommt und warum dieses bei mir besonders stark ausgeprägt ist… Letztendlich ist mir der Gedanke gekommen, dass es offenbar ein Ausdruck meiner unbändigen Neugier auf das Leben ist. Ich liebe es, Neues zu entdecken und zu erleben, unbekannte Gegenden zu erkunden, spannende Menschen kennenzulernen und mehr über ihr Leben zu erfahren. Kate Douglas Wiggins wusste schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts, dass eine Art Magie über dem Fortgehen liegt, um dann völlig verändert zurückzukehren und Graham Greene war es, der den Spruch ‚Niemand kommt von einer Reise so zurück, wie er weggefahren ist’ geprägt hat. Wenn ich über meine Reisen nachdenke und mich zurück erinnere, stimme ich den beiden uneingeschränkt zu. Reisen verändert mich als Menschen, ich lerne, überdenke manche bisherigen Überzeugungen und mein Leben wird durch all diese Erfahrungen bereichert.

Wer mich kennt, war wohl kaum verwundert, dass die Ereignisse im Frühjahr 2003, die dazu führten, dass ich mein Leben fortan auf vier Rädern bestritt, meine Abenteuerlust in keinster Weise schmälerten. Noch in der Reha recherchierte ich Möglichkeiten mit dem Rollstuhl zu reisen… Über die ‚Folgen‘ meiner Recherche werdet Ihr in den nächsten Wochen mehr erfahren :-)!

Reisen erfüllt meine Seele. Ich bin neugierig auf das Leben, hier und überall!!!

Alles Liebe, bleibt fröhlich, 

Eure Ela

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#4 – Ein wunderbares Abenteuer…

Als ich mit dem bloggen angefangen habe, hatte ich einen Plan… Den habe ich gerade eben kurzerhand über den Haufen geworfen und mich entschieden euch ganz aktuell zu berichten. Ein spannendes Wochenende liegt hinter mir. Abenteuerlich war es. Besonders. Fröhlich. Entspannt. Voller neuer Eindrücke und Erkenntnisse. Wie ich zu diesem erlebnisreichen Wochenende gekommen bin, ist schon eine Geschichte für sich…

Auf Facebook bin ich über das Projekt Sommerjung gestolpert und dann auf der Webseite hängen geblieben. Die Beschreibung hat mich fasziniert und der Abenteurer in mir war sofort Feuer und Flamme.

„Willkommen im Ferienlager für Erwachsene.

Komm mit auf eine ganz besondere Reise, fern von all den Dingen, die Dich daran hindern, frei und glücklich zu sein.

Komm mit an einen Ort, an dem Du all die Zeit hast, die Du Dir sonst zu selten nimmst. Zeit, um mit neuen Freunden Geschichten zu schreiben und um Deine eigenen Erfahrungen, Wünsche und Träume zu teilen. Einen Ort voll bunter Farben und malender Klänge.

Bei uns geht es um Dich und um all die Dinge, die Du schon immer mal tun wolltest. Stürze Dich in ein neues Abenteuer und genieße den Moment – fernab unserer digitalen Welt. Entdecke Deine Talente wieder. Probiere verschiedenste kreative, sportliche und abenteuerliche Aktivitäten aus! Lerne neue Freunde kennen! Bestaune den Sonnenaufgang und zähle die Sterne.

Singe am Lagerfeuer, schreibe Liebesbriefe an der Schreibmaschine, tanze barfuß durch die Nacht, träume, lache, sei sommerjung.“

Quelle: www.sommerjung.de 

Ob das Camp auch mit Rolli möglich wäre? Es findet schließlich mitten im Wald irgendwo im nirgendwo statt… Obwohl – mein Outdoor-Rolli ist ja durchaus belastbar… Und schließlich steht auf der Website explizit, dass jeder willkommen ist. Ob das auch für Menschen mit einem Handicap gilt? In letzter Zeit bin ich mit meinem Erlebnisdurst häufig an Barrieren gescheitert… Die stellten sich oft weniger in den baulichen Gegebenheiten dar, hatten sich vielmehr in den Köpfen aufgebaut und schienen unüberwindbar. Natürlich nicht für mich ;-). Wenn ich nicht fragte, würde ich es nie erfahren und so schrieb ich kurzerhand an Sommerjung. 

Die herzliche Antwort von Gründerin Bati berührte mich sehr. Aus jedem Wort konnte ich lesen, dass die Sommerjung-Leute ihr Herzensprojekt leben. Ich fühlte mich sofort willkommen und wusste in diesem Moment, ich wollte es wagen! 

Und ich habe es keine Sekunde bereut!

Mein größtes Aha-Erlebnis war zweifelsohne der Tatsache geschuldet, dass ich die 48 Stunden im Camp ohne Handy und Uhr verbracht habe. Zunächst war ich mehr als irritiert ‚zeitlos‘ zu sein, doch dann ist es mir gelungen, mich darauf einzulassen, die Zeit zu vergessen und einfach nur da zu sein, zu genießen, nur diesen Moment. Mehr als spannend zu erkennen, wie sehr ich mich im Alltag doch von der Uhr beeinflussen lasse, ihr mehr Aufmerksamkeit schenke, als oft nötig und dadurch unterbewusst auch irgendwie unruhig bin, gar nicht den Augenblick lebe, sondern gedanklich immer schon beim nächsten Termin bin oder daran denke, was noch alles zu erledigen ist. Ist das wirklich nötig? Und ist es wirklich wichtig, die schönen Momente und Erlebnisse ständig und immerzu festzuhalten? Gerade in den ersten Stunden habe ich mich dabei erwischt, wie häufig ich nach meinem Handy gegriffen habe (das ja eine wohlverdiente Ruhepause beim Sommerjung-Team verlebte) und den Moment festhalten wollte. Wie sehr habe ich mich daran gewöhnt, immer alles festzuhalten, die schönen Momente ‚abzuspeichern‘. Ich liebe es, Fotos anzuschauen und mich an vergangenen Erlebnisse zu erinnern. Doch muss es wirklich immerzu und ständig sein? Ich habe für mich entdeckt, dass ich Momente viel intensiver erleben und genießen kann, wenn ich mir erlaube, sie nur in meinem Herzen zu speichern. Der Moment hat meine ungeteilte Aufmerksamkeit und wird auch ohne Selfie in meiner Erinnerung bleiben. 

Ich mag mein Handy, all die Fotos und Erinnerungen, doch diese 48 Stunden OFFLINE haben mir so gut getan, mich so entspannt und Zeit und Raum für neue Erlebnisse und Eindrücke geschaffen, dass ich mir nun öfter diese Zeiten nehmen werde, sicher nicht erst wieder im nächsten Jahr beim Sommerjung-Camp ;-). 

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Für WhatsApp, E-mail, Facebook und Co. hätte ich während des Camps sowieso keine Zeit gefunden, denn es gab so viel zu erleben. Am See sitzen und der Live-Musik lauschen, beim Upcycling einen Gürtel aus einem alten Fahrradschlauch herstellen, einen Blumenkranz binden, mein Team Himmelblau bei den Colourgames anfeuern, bei der Talentshow staunen, im See schwimmen, leckeres Essen genießen, basteln, klönen, die Sonne genießen, …

Mit dem barfuß durch die Nacht tanzen hat es zwar nicht geklappt ;-), trotzdem war es ein Abenteuer. Großartig, bunt, fröhlich, wundervoll, sommerjung.

Einen großen Dank schicke ich an das gesamte Sommerjung-Team und an all die wundervollen Menschen, die ich kennen lernen durfte und die mir hier und da mit kleinen und großen Gesten eine Unterstützung waren und dieses unvergessliche Wochenende möglich gemacht haben.  

Alles Liebe, bleibt fröhlich, 

Eure Ela

P.S. Ariane von PULS Reportage hat mit ihrem Team auf dem Ferienlager gedreht, daraus ist ein toller Film geworden, den Ihr auf YouTube anschauen könnt. Und wer aufmerksam hinschaut, wird mich auch entdecken ;-).

#3 – Genießen ist etwas wunderbares…

Genießen sei eine Kunst, heißt es oft in Sprüchen. Für mich ist Genießen zu einer Lebenseinstellung geworden! Nicht jederzeit nach der perfekten Situation zu streben, bis ich mit mir zufrieden bin und mir erst dann erlauben zu genießen, sondern in jedem Moment das Wunderbare zu sehen, zu genießen und wertzuschätzen, das schenkt mir Frieden und Freude. 

Gerade sitze ich am wunderschönen Naturstrand der Insel Fehmarn… 

…und genieße! Ich liebe es, dem Geräusch der sanften Wellen zu lauschen wie sie ihren Weg an den Strand finden, die unendliche Vielfalt an Blautönen, in denen das Meer strahlt, mit Staunen zu erfassen, dazu der sanfte Wind, der durch meine Haare streift und sie zärtlich zum Tanzen bringt. Als besonderes i-Tüpfelchen strahlt die Sonne mit ganzer Kraft und schenkt nicht nur Licht, sondern berührt mit seiner Wärme Körper und Seele. 

Neben mir liegen meine drei Hunde und wir genießen zusammen diesen Moment. Natürlich wäre es wundervoll, wenn wir zusammen auf dem Strand direkt am Wasser laufen könnten, unsere Pfoten und Füsse würden vom ankommenden Wasser umspielt werden… Zwischendurch ein kleiner Sprint, bei dem meine Hunde mich gnadenlos abhängen würden… Ganz bestimmt würde ich bei unserem kilometerlangen Spaziergang am Wasser die ein oder andere besondere Muschel entdecken und mich an der Vielfalt der unzähligen Steine erfreuen… 

Ja, das WÄRE schön… Doch dass es nur ein WÄRE ist und bleibt, hindert mich keinesfalls am Genießen des SEINS. Denn für mich ist dieser Moment perfekt wie er ist, weil ich es einfach liebe, mich an kleinen Dingen zu erfreuen und sie zu genießen. 

Ich habe mir in den letzten Monaten sogar angewöhnt, ganz bewusst Zeiten und Erlebnisse zum Genießen einzuplanen! 

Morgen werde ich zum Beispiel hier auf der Insel ein Café besuchen, das mir von meinen Vermietern wärmstens empfohlen wurde. Natürlich könnte ich auch selbst einen Kuchen oder eine Torte backen, mich auf die Terrasse unseres Ferienhauses setzen und es genießen. Das wäre auch eine Art von Genuss. Doch die bewusst geplanten Genusszeiten sind für mich auch ein Ausdruck meiner Wertschätzung für mich selbst. Ich entscheide mich, mir etwas zu gönnen und dem Genuss so besondere Note zu verleihen. 

Mit einem Besuch in einem Café sind für mich so viele Genussmomente verknüpft. Ich lerne etwas Neues kennen, kann mich an dem besonderen Ambiente und der liebevollen Dekoration erfreuen, andere Gäste beobachten und vielleicht sogar interessante Menschen kennenlernen, den fleißigen Backtalenten, die für mich (und andere Kunden) gebacken haben, mit meinem Besuch eine Freude bereiten… Dazu kommen noch die ganz praktischen Annehmlichkeiten: Ich kann wählen, werde bedient, brauche mich nicht um den Abwasch kümmern… 

So kann ich diesen Moment besonders genießen, weil es eben nicht nur ein Stück Kuchen ist, dass ich esse, sondern all diese Genussmomente dieses Stück Kuchen (oder vielleicht doch lieber Torte ;-)?) zu etwas besonderem werden lassen. 

Und am morgigen Tag trägt es dann gleich noch dazu bei, der wunderschönen Zeit hier einen krönenden Abschluss zu bereiten, bevor ich mich für die nächste Zeit erst einmal vom Meer verabschieden muss… 

Mit dem Genießen schenke ich mir selbst so viele wundervolle Momente, damit mache ich mein Leben großartig. Weil ich es mir wert bin! 

Alles Liebe, bleibt fröhlich,

Eure Ela

#2 Eine Frage der Entscheidung…

Häufig werde ich gefragt, warum ich nur so strahlen kann… Ich frage gerne zurück, warum ich es nicht tun sollte ;-). Die Reaktionen auf meine Gegenfrage sind interessant und reichen von beschämten Blicken auf meinen fahrbaren Untersatz bis hin zur Feststellung: ‚Also ich könnte das ja nicht!‘ Was könntest Du nicht? Das Leben trotz eines Handicaps genießen? Die Zeiten, in denen ich mich über diese Bemerkungen geärgert habe, weil sie in mir das Gefühl auslösten, dass mein Leben in den Augen des Fragenden nicht lebenswert sei, sind längst vorbei. Sagt diese Frage doch viel mehr über mein Gegenüber und seine Einstellung zum Leben aus, als über mich! Was wertvoll und lebenswert ist, entscheidet schließlich jeder für sich! Und ich für mich :-)!

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Und genau das ist die Antwort auf die Frage, warum ich nur so strahlen kann. Ich habe eine Entscheidung getroffen! Ich habe mich entschieden, meinen Blick auf die Dinge zu richten, die möglich sind, statt bei den Gedanken hängen zu bleiben, was alles nicht mehr geht. Denn das ist schließlich eine ganze Menge! Ich liebe es, neue Dinge auszuprobieren und Abenteuer zu erleben. Und so manche Sache, die zunächst unvorstellbar erscheint, ist auch mit Rolli durchaus möglich, mit einer Menge Organisation und der tatkräftigen Unterstützung von wunderbaren Menschen durfte ich schon so vieles erleben. Doch davon berichte ich ein anderes Mal…

Natürlich ist nicht jeder Tag ein Abenteuer, doch auch im Alltag kann ich strahlen, weil ich die Entscheidung getroffen habe, dankbar zu sein, für all das, was möglich ist. Ich habe eine Arbeit, mit der ich eine wertvolle Unterstützung für ein ganzes Team sein kann, ein Zuhause, in dem ich mich wohl fühle, Freunde und Familie, meine felligen Mitbewohner, mit denen ich gemeinsam die Natur genieße und noch vieles mehr…

Ich wäre nicht ehrlich, wenn ich Euch erzählen würde, dass das mit dem Strahlen an jedem Tag des Jahres funktioniert. Auch ich erlebe Situationen, in denen ich massiv genervt und hin und wieder auch traurig bin, weil Barrieren mich an irgendetwas hindern, was ich so gerne erleben möchte. Manchmal sind es Treppenstufen und nicht vorhandene, bzw. defekte Aufzüge, die mich ausschließen. Häufig auch Barrieren in den Köpfen von Menschen. Die wiegen besonders schwer…

Und gerade an diesen Tagen hilft es mir ungemein, mich auf das zu fokussieren, was alles möglich ist, um aus dem Tief wieder raus zu krabbeln. Das kann man auch trainieren! Ich schärfe Tag für Tag den Blick ein Stück mehr für all die wundervollen Dinge, die ich erleben und genießen darf und freue mich über die tollen Menschen in meinem Umfeld, die nicht den vermeintlichen Mangel sondern MICH sehen!

So überwiegen die wunderbaren Zeiten ganz eindeutig und lassen mich jeden Tag aufs neue strahlen… – weil ich mich dafür entschieden habe!

Alles Liebe, bleibt fröhlich, 

Eure Ela

#1 Ela bloggt :-)

Ist das aufregend!!! Mein erster Blogbeitrag! Was heute vor einer Woche ganz spontan in meinem Kopf als Idee geboren wurde ist nun Realität, ich habe einen eigenen Blog :-).

So viele Gedanken, Erlebnisse und Geschichten sind in meinem Kopf und warten darauf, über die Tastatur den Weg zu Euch zu finden…

Schaut gerne unter About und erfahrt mehr über die Entstehung von Freudenmeer und mich :-).

Und ganz bald gibt es dann den Blogbeitrag #2 – freut Euch darauf, es geht um Entscheidungen – meine Entscheidungen 🙂 – und was sie für meine Lebensqualität bedeuten.

Alles Liebe, bleibt fröhlich,

Eure Ela

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