Oh Du Fröhliche…

Wie jetzt? Nein, ich habe Weihnachten nicht verpasst! Ich habe es sogar sehr genossen und ausgiebig mit mir gefeiert… Ja, Du hast richtig gelesen. Mit mir. Alleine.

Viele Menschen bemitleiden mich, wenn sie erfahren, dass ich alleine Weihnachten gefeiert habe. Dabei gibt es da so gar nichts zu bemitleiden, es ist schließlich meine Entscheidung, dass ich nun schon seit ein paar Jahren den Großteil der Weihnachtstage alleine verbringe, naja, nicht ganz alleine. Meine Hunde leisten mir natürlich Gesellschaft ;-).

Und wenn ich dann erzähle, wie gemütlich ich es mir gemacht und wofür ich mir Zeit genommen habe, erlebe ich es nicht selten, dass das Mitleid in Neid umschwenkt ;-). Wie viele Menschen hetzen noch bis zum letzten Vorweihnachtstag durch die Adventszeit, um dann völlig gestresst und unentspannt von einer Familienfeier zur Nächsten zu rasen.

Für mich zählt an Weihnachten noch die eigentliche Bedeutung dieses Festes. Und daher habe ich mich irgendwann dafür entschieden, es auf meine Weise zu begehen. Ich weiß, dass es meiner Mutter die ersten Jahre schwer fiel, mich an Heiligabend nicht bei sich zu haben und alleine zu Hause zu wissen. Doch für mich war und ist es jedes Jahr wieder die richtige Entscheidung.

Am späten Nachmittag nehme ich mit den Hunden an der Weihnachtswanderung bei uns im Ort statt. Die Kinder des Dorfes verkleiden sich als Engel und Hirten, Maria und Josef sowie ein Esel sind auch dabei und so wandern wir von Station zu Station, hören die Weihnachtsgeschichte, singen Lieder und versammeln uns schließlich an der aufgebauten Krippe am alten Bahndamm. So eine schöne Tradition, die ich als Einstimmung immer sehr genieße und einfach diese Stimmung in mich aufsauge, mit all den Laternen, die uns auf dem Weg zur Krippe begleiten.

Im Anschluss koche ich mir dann etwas leckeres zu Essen und sitze bei Kerzenschein vor dem Kamin und genieße, lasse meine Gedanken schweifen… Und dann nehme ich mir Zeit zurückzuschauen. Wie war das vergangene Jahr? Ich schreibe all das auf, wofür ich dankbar bin und bin jedes Mal wieder erfüllt, noch einmal bewusst festzuhalten, wie gut es mir geht und was für ein wundervolles Leben ich habe. Und dann öffne ich einen Brief, den ich am Heiligabend des Vorjahres geschrieben und in meiner Schublade verwahrt habe und darf feststellen, dass fast alles, was ich mir für das neue Jahr vorgenommen hatte, in Erfüllung gegangen ist. Und dann schreibe ich voller Vorfreude einen neuen Brief mit meinen Wünschen und Zielen für das neue Jahr, der dann verschlossen wieder in die Schublade wandert, bis zum nächsten Heiligabend :-).

So feiere ich Weihnachten. Und in diesem Jahr habe ich mir auch die Tage nach Weihnachten noch viel Zeit genommen, zum Ausruhen und Entspannen, aber auch für dankbare Rückschau und freudige Vorschau :-). Für mich der perfekte Jahresausklang!

Warum schreibe ich Dir hier über mein Weihnachten?

Vielleicht als Inspiration, vor allem aber mit einer Frage: Begehst Du das Weihnachtsfest nach Deinen Wünschen und gestaltest Du Deinen Jahresausklang so wie es Dir gut tut? Oder feierst Du so, wie es schon immer war, weil es immer so war? Lässt Du Dich verplanen für den Verwandtschaftsmarathon, der Dir schon vor der Gans schwer im Magen liegt?

Vielleicht liebst Du den Familientrubel an den Feiertagen, dann genieße es! Doch wenn Du schon am ersten Advent daran denkst, dass Du Weihnachten viel lieber so verbringen würdest, wie es sich für Dich gut anfühlt und doch jedes Jahr wieder das große Theater mitmachst, um die Erwartungen Deiner Eltern, Deines Partners oder Deiner Kinder zu erfüllen, dann ist vielleicht genau jetzt ein guter Zeitpunkt, darüber nachzudenken, wie Dein Jahresausklang in diesem Jahr für Dich perfekt wäre. Und wenn es bedeutet, dass Du alleine, nur mit Deinem Partner oder statt mit Familie lieber mit Freunden feiern würdest, dann nutze die nächsten 11 Monate, um Pläne zu schmieden und Deine Familie langsam darauf vorzubereiten, dass Du für das kommende Weihnachtsfest andere Pläne hast…

Ich bin überzeugt, dass viel Streit und Stress, der in vielen Familien an Weihnachten herrscht, gar keinen Raum hätte, wenn wir alle uns ein Stück mehr auf das Besinnen, was Weihnachten eigentlich ist und uns darauf einlassen, dieses Fest so zu feiern, wie es uns persönlich gut tut.

Und wer weiß, vielleicht kommt bei einem Gespräch sogar heraus, dass alle nur so Weihnachten feiern, weil jeder denkt, dass der andere es so erwartet…

Und was für Weihnachten gilt, gilt natürlich für das ganze Jahr ;-).

Lebe Dein Leben und mache Dich frei von den Erwartungen anderer Menschen, denn Dein Leben lebst nur Du!

Alles Liebe, bleib fröhlich,

Deine Ela

2 Comments on “Oh Du Fröhliche…

  1. Liebe Ela,
    das klingt ganz wundervoll, wie du dir dein Weihnachtsfest gestaltest! Und ich kann mir auch gut vorstellen, wie gut sich das für dich anfühlen muss, da ich es dieses Jahr zum zweiten Mal auch so gemacht habe. Es war zwar heuer mehr „den Umständen“ zu verdanken, aber nichts desto trotz habe ich mich dann dazu entschieden, allein mit meiner Katze zu feiern. Es gab dennoch ein, zwei Momente, wo mir meine Familie bzw. ein Mensch, den ich sehr lieb habe, schon sehr gefehlt haben (zudem lebe ich gerade auch noch im Ausland, über tausend km von ihnen entfernt), doch insgesamt habe ich diese stille Zeit für mich allein „zwischen den Jahren“ sehr, sehr genossen!
    So wie du so schön schreibst, um zurückzuschauen, aber vor allem auch nach vorne zu schauen. Ich finde, in diesen Tagen zwischen Weihnachten und Dreikönig, da liegt so etwas besonderes, inspirierendes, hoffnungsvolles, liebliches in der Luft. Jedenfalls wurde ich dieses Jahr in dieser Hinsicht reich beschenkt.
    Vielen Dank für diesen Artikel und auch andere von dir. Ich finde, deine Lebensfreude sprüht förmlich daraus hervor und das kann ich sagen, obwohl wir uns noch nie begegnet sind! Wow!
    Alles erdenklich Gute und Liebe dir!
    Herzliche Grüße,
    Bethula

    Gefällt 1 Person

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